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Jabra Revo Wireless — fettes Design, fette Bässe

 
 
Technische Daten
 

Tragetyp: On-Ear | Kopfband
 
Verbindung: Kabel oder Bluetooth 3.0 mit AVRCP
 
Abmessung & Gewicht: 178 x 160 x 73 mm / 240Gramm
 
Akustiksystem: geschlossen
 
Frequenzgang: 20 Hz–20.000 Hz
 
Impedanz: 32 Ω
 
Empfindlichkeit: 119 dB
 
Sonstiges: In-Line-Mikrofon mit Multifunktionsbutton | (Soft)buttons an beiden Hörmuscheln | NFC | Micro-USB-Kabel | Transporttasche
 
Hersteller:
 
Design
9.0


 
Sound
8.0


 
Verarbeitung
8.0


 
Total Score
8.3
8.3/10


User Rating
24 total ratings

 

Pros


Sehr schickes Design | deftige Bässe | via NFC & Bluetooth, per Klinken- oder USB-Kabel nutzbar | Steuerungsbuttons direkt an der Hörmuscheln

Cons


Hörmuscheln umschließen das Ohr nicht, sondern liegen nur auf | Tragekomfort nicht optimal, relativ schwer | Jabra-App bringt keinen Mehrwert, einige Button-Kommandos funktionieren zuweilen nicht


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Posted 26. Dezember 2013 by

 
Testbericht
 
 

Es müssen ja nicht immer beats by Dr. Dre sein: Mit dem Revo Wireless hat Jabra einen Bügelkopfhörer im Programm, der den inzwischen beinahe schon inflationär im Stadtbild, in den Medien und selbst auf den Köpfen von Spitzensportlern zu entdeckenden Produkten aus dem Hause Monster technisch in nichts nachsteht und diese in Sachen Design — auch wenn so etwas freilich immer Geschmacksache ist — weit hinter sich lässt. Der Revo hat in diesem Jahr nicht umsonst einen Red Dot Design-Award eingeheimst, er sieht einfach wahnsinnig schick und futuristisch aus; und kommt dabei auch anders als die beats-Modelle nicht ganz so sehr im Hochglanz-Plastik-Look daher, sondern setzt eher auf seidenmatte Lackierungen und hier und da sogar gekonnt auf edles Metall.

Ob Handhabung und vor allem Soundqualität mit der ansprechenden Optik mithalten können, ob Jabras Versprechen, dank Dolby Digital Plus-Klangverbesserungstechnik und zugehöriger App für iOS und Android, „massiven wireless Sound“ auf die Ohren zu bekommen, eingehalten wird und ob der Revo Wireless sein knapp 200 Euro Straßenpreis wert ist, prüfen wir im Folgenden.

Verpackung, Design und Verarbeitung

Geliefert wir der Revo Wireless in einer Plastikbox, in der finden sich neben dem Kopfhörer selbst und der obligatorischen Kurzanleitung — ausführlichere Bedienungshinweise gibt es nur online — sowie ein paar Beipackzetteln ein sportlich-pragmatischer Transportbeutel, ein Klinken- und ein USB-Kabel. Letztere sind hochwertig verarbeitet und gefallen dank solider Stecker und orangefarbener Textilummantelung.

Der Kopfhörer selbst punktet wie erwähnt mit tollem Design, edlen oder wenigstens hochwertig anmutenden Materialien und guter Haptik: Der Klappmechanismus wirkt genauso solide wie die metallenen Aufhängungen der Hörer, über die sich auch die Größe des Bügels stufenlos anpassen lässt.

Vielleicht etwas zu dünn und weich geraten ist das Polster am Bügel, nach einiger Zeit spürt man dadurch sehr wohl, dass ein 240-Gramm- Gadget auf dem Kopf ruht — hier wäre ein „softeres“ Tragegefühl wünschenswert gewesen.

Soft genug sind dafür die Polster der Hörer, die dank Formgedächtnis sehr angenehm auf den Ohren liegen — Betonung auf „auf“, denn selbst kleine Ohren werden nicht vollständig umschlossen, sondern nur abgedeckt.

Revo_1

Erwähnenswert sind noch die beiden Buttons zur Musik- und Anrufsteuerung auf den Außenseiten jedes Hörers sowie links die NFC-fähige Fläche zum schnellen Bluetooth-Pairing von Smartphones und rechts die Touch-fähige Lautstärkekontrolle, die es dem Nutzer erlaubt, mit kreisförmigem Wischen lauter beziehungsweise leiser zu regeln.

Verbindung, Steuerung und App

Der Jabra Revo Wireless kann wie erwähnt sowohl per 3,5 mm-Kabel an entsprechenden Klinken-Buchsen genutzt werden, wahlweise am PC und Mac auch über das mitgelieferte USB-Kabel — in letzterem Szenario wird das Headset dann auch gleich geladen, um es für die kabellose Nutzung fit zu machen.

Die kommt über Bluetooth zustande und unterstützt die BT-Profile Headset v1.2, Freisprech v1.6, A2DP v1.2 und AVRCP v1.4. Dadurch kann der Revo Wireless auch als Headset in Verbindung mit einem gekoppelten Smartphone verwendet werden: Eingehende Anrufe werden wahlweise mittels der Kabelfernbedienung oder dem Button am rechten Hörer angenommen, abgelehnt oder beendet, außerdem ist auf diesem Weg auch eine Wahlwiederholung möglich. Realisiert werden die unterschiedlichen Kommandos durch verschiedene Eingabemuster — von einmal drücken über lang Halten bis hin zu dreimal schnell drücken.

Revo_2

Das Pairing läuft recht simpel ab — einfach den Schalter an der Unterseite des rechten Hörers aktivieren und dann für drei Sekunden im Pairing-Modus halten, schon kann der Revo von paarungswilligen Geräten gefunden werden. Sollte dabei allerdings eine PIN abgefragt werden, guckt der Nutzer zunächst etwas ratlos aus der Wäsche, denn diese findet sich im beiliegenden Handbuch dummerweise nicht. Nach kurzer Recherche auf der Jabra-Produktseite im Netz konnten wir die „0000“ als Passcode finden.

Noch einfacher geht das Koppeln mit NFC-fähigen Geräten, sprich Smartphones von der Hand: Einfach das Headset einschalten, mobiles Device an den linken Hörer halten — und voilà: Im Idealfall pairen sich Revo Wireless und Abspielgerät selbsttätig. Ich schreibe bewusst „im Idelafall“ weil das Ganze eben den typischen Problemen unterliegt, die Bluetooth-Verbindungen zuweilen machen; so kam es im Test ab und an vor, dass wir mehrfach koppeln musste, bis eine stabile Verbindung bestand. Das war aber eher Ausnahme als Regel.

Unter ferner liefen ist die Jabra Sound-App einzuordnen, die für iOS- und Android-Geräte angeboten wird und den Klang des Headsets mittels Dolby Processing verbessern soll: Zum einen ist diese Optimierung nach unserem Geschmack eher kontraproduktiv und führt schlicht zu noch mehr Bass und einem insgesamt sehr dumpfen Klang, zum anderen funktioniert sie nur, wenn Musik aus ihr heraus abgespielt wird — ich persönlich bin offengesagt nicht bereit, für das zweifelhafte bisschen Dolby die Musik-App meiner Wahl nicht mehr zu nutzen …

Akustik

Der wohl wichtigste Punkt bei einem Headset sollte bei all dem schönen Design und den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten  immer der Sound sein — und in dieser Disziplin ist das Revo Wireless zwar nicht unbedingt auf Award-Kurs, lieferte aber ordentliche Kost ab: Deftige Bässe wummern dem Hörenden aus den dann doch erstaunlich kleinen Hörern entgegen, die Akustik ist dabei aber insgesamt nicht etwa zu dumpf, sondern recht ausgeglichen und beispielsweise Gesang ist klar zu hören. Scheppern oder Klirren kommt auch bei voller Lautstärke — und die ist wirklich nicht zu verachten — nicht vor.Aber auch leisere Töne, zum Beispiel beim Genuss eines Hörbuchs oder klassischer Musik, klingen angenehm, verständlich und voll.

Fazit

Das Jabra Revo Wireless belegte in unserem kleinen, vier Kandidaten umfassenden Kopfhörer-Test den zweiten Platz; beinahe hätten wir es aber auch gemeinsam mit dem Sennheiser Momentum auf Platz eins gesetzt  — und das aus gutem Grund: Ja, der Klang des Sennheiser ist noch etwas besser; der kostet aber zum einen auch 100 Euro mehr und kommt ohne die zahlreichen Bedien- und Kopplungs-Optionen des Revos aus. Und so praktisch zusammenklappen lässt sich es auch nicht. Die unterschiedlichen Designsprachen beider Modelle sind freilich ein Frage des Geschmacks — mir liegt die moderne Gestalt des Revo jedenfalls näher als der Retro-Look des Momentum.

Besser als der deutlich günstigere Philips Uptown Citiscape ist Jabras Headset allemal und auch den inzwischen ausgelutschten, quitschigen Plastik-Look des Beats Studio 2.0 sticht Jabras Modell aus — wer nicht mehr diegleichen Kopfhörer wie Arjen Robben tragen möchte, dürfte über das Revo Wireless ebenso hocherfreut sein, wie ich. Auch weil deren Sound trotz deutlichem Bass dann doch etwas abgerundeter und ausgeglichener klingt als der der Monster-Kopfhörer.

Insgesamt ist das Jabar Revo Wireless zum Preis von 200 Euro also eine gute Investition, die einen guten Kompromiss aus coolem Design, guter Akustik und flexiblen Einsatzmöglichkeiten bietet.


Amir

 


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