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Test: Lytro Lichtfeldkamera – Fotografieren ohne zu fokussieren

 
 
Overview
 

Sensor: Sensorgröße: 4.6 x 4.6mm | Pixels pro Microlens: 100 | 11 Megarays | Light Field Engine v2.0 |
 
maximale Bildauflösung: 1080 x 1080 Pixel
 
Videofähig: nein
 
Display: 1.52 Zoll back-lit LCD-Display
 
ISO: 80–3200
 
Autofokus: Fokuspunkt wird erst nachträglich gesetzt
 
Objektiv: Konstant f/2 Aperture | 8x optischer Zoom
 
Akku: 6
 
Abmessungen: 41 x 41 x 112 mm
 
Gewicht: 214 Gramm
 
Design
8.0


 
Handhabung
6.0


 
Akku
6.0


 
Bildqualität
5.0


 
Erweiterbarkeit
1.0


 
Total Score
5.2
5.2/10


User Rating
34 total ratings

 

Positives


leicht und kompakt | völlig neues Fotografie Erlebnis durch dynamische Bilder

Negatives


schlechter Bildschirm | magnetischer Objektivdeckel fällt leicht ab | im Vergleich zu Kompaktkameras gleicher Preisklasse unterdurchschnittliche Bildqualität | Bearbeitung und Präsentation nur mit Lytro-Infrakstruktur | Speicherplatz nicht erweiterbar | teuer


0
Posted 14. November 2013 by

 
Full Article
 
 

Der gute Autofokus in den konventionellen Kameras ist sowohl Segen als auch Fluch. Nicht immer gelingt die Fokussierung, so wie es der normale Laie gerne haben möchte, und leider entdeckt man erst zu Hause am heimischen PC oder Mac erst, dass das Bild unscharf ist. Bei der Lichfeldkamera Lytro braucht man sich keine Gedanken um die Schärfe des Bildes machen, denn diese stellt man erst zu Hause am PC ein, oder lässt den Betrachter selbst die Wahl was scharf und unscharf sein soll. So jedenfalls die Theorie, wie es in der Praxis ist, durfte ich an eigen Leib erfahren. 

Eins Vorweg, natürlich bin ich kein Profilfotograf und auch ich vertraue sehr häufig auf den Autofokus meiner Sony Alpha 77 um Gegenstände ins rechte Licht zu rücken. Meistens gelingt es sehr gut, aber manchmal gelingt es auch nicht. Aus diesem Grunde war ich auch an der Lytro Lichtfeldkamera sehr interessiert. Also alles schon der Reihe nach.

Lytro ausgepackt 

Verpackung und Aufmachung a la Apple

Das Gehäuse Lytro-Kamera erinnert an einen aufgepumpten Lippenstift oder an einen Miniobelisken für eine Miniaturwelt und erinnert überhaupt gar nicht an eine Kamera. Das außergewöhnliche Design passt aber dann auch wieder zur Technik. Im Schicken Designerkleid befinden sich dann viele winzige Linsen, die das einfallende Licht in unterschiedliche Einzelbilder teilen und auf Lichtfeldsensor bringen. Dieser Sensor erfasst 11 Millionen „Megarays“. Ein mögliche Erklärung, was nun die 11 Millionen Megarays im Vergleich zu den Megapixeln einer konventionellen Kamera bedeuten könnte, findet ihr im Artikel von thoMas von der Photoscala (http://www.photoscala.de/Artikel/Lichtfeldkamera-von-Lytro).

Mal weg von der Megapixel oder in diesem Fall Megarays, der größte Vorteil dieses Bauprinzips: Das Bild muss nicht vor dem Auslösen scharf gestellt werden, fokussieren kann man später am Computer.

Im Alltag – Von Schärfeeffekten, optischen Zoom und eine neue Art zu fotografieren

Mit der Lytro-Kamera muss man sich im Fotoalltag stark umgewöhnen. Zum einen durch die für eine Fotokamera ungewöhnliche Ergonomie. Man hält den Obelisk eher wie eine Videokamera, nur dass die Lytro kleiner ist. Außerdem muss man sich bei der Bildkomposition umstellen. Portraits vor einer nackten Wand und generell zweidimensionales fotografieren ist nicht ein Fall für die Lytro. Man muss bei der Lytro gezielt mit unterschiedlichen Ebenen an Schärfe arbeiten. Am besten kommt der Lytro Effekt durch, wenn man nach folgendem Muster vorgeht:

  • Ein Motiv/Objekt muss im Vordergrund zu sehen sein, möglichst nah an der Kamera
  • Zusätzlich sollten mittlerer Distanz und im fernen Hintergrund noch Objekte im Bildausschnitt befinden.

Beachtet man diese Regel, dann macht es Spass die so erzielten Aufnahmen am Computer zu betrachten und mit der Schärfe zu spielen. Leider eignen sich nur wenige Motive für einen solchen Effekt.

Hat man das immer im Hinterkopf macht das Knipsen mit der Lytro sicher Spass. Wäre da nur nicht das kleine und schrottige Touchdisplay nicht. Die Bedienung ist zwar gut, aber man erkennt auf dem Display nicht wirklich viel. Vor allem muss man direkt hinter dem Display sein, da schon geringe Abweichungen von der Zentralachse zu extremen Farbverschiebungen bis hin zu „Ich seh gar nix mehr“ führen. So musste ich mich schon fast auf den Boden legen um das folgende Bild einzufangen.

Der optische Achtfach-Zoom der Lytro lässt sich sehr gut bedienen. Man streichelt mit dem Finger über einen berührungsempfindlichen Streifen an der Oberseite des Gehäuses, um heran- (nach rechts) oder herauszuzoomen (nach links). Um aber von Null auf maximalen Zoom zukommen muss man schon mehrmals drüber streichen. Eine Blendenöffnung von f/2 ist bei einer Lichtfeldkamera nichts ungewöhnliches, dass habe ich mir sagen lassen. Solch ein Objektive würden DSLR-Kamera-Besitzer häufig teuer bezahlen.

Ab auf den Rechner – Die Software

Um die Bilder am heimischen Rechner bearbeiten zu können muss man sich die Lytro eigene Software herunterladen. Ich nutze die Mac-Version und diese hat tadellos. Die mit der Lytro geschossenen Bilder lassen sich auch nur mit der Software übertragen und bearbeiten. Die Bilder auf dem großen Computer bestaunen und mit den Fokuseffekten herumspielen ist schon faszinierend und auch das Teilen auf Facebook lässt sich einfach über die Software auch bewerkstelligen. Leider fehlt aktuell noch die Möglichkeit die Bilder aus der Software auf Twitter und Google+ zu teilen, aber aus dem Online Profil eures Lytro Accounts lässt sich das Teilen auf Google und Twitter bewerkstelligen. Im Endeffekt landet man doch wieder auf der Lytro Webseite und kann sich dort die Bilder mit den Lytro Effekten anschauen und experimentieren. Wer ein Blog per WordPress führt kann die Bilder über ein Plugin sehr einfach in den Artikel embedden.

Testbilder

 

(noch mehr Testbilder gibt es hier)
Aber natürlich lassen sich die Bilder auch in normale Bildformate exportieren, so dass man derart fokussierte Fotos als JPG-Dateien exportieren kann. Sind die Bilder aber als JPEG exportiert, kann der Empfänger der Bilder leider nicht mehr selbst die Fokuspunkte bestimmten.
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Fazit: faszinierend, aber noch stark verbesserungswürdig

Die Lytro und die Lichtfeldkameratechnik ist faszinierend. Simple und die Ergebnisse sorgen immer wieder für das gewisse Wow-Effekt. Aber aktuell kann die Lytro Kamera die klassischen Kameras nicht ersetzen. Man kann die Lytro höchstens als Ergänzung ansehen. Man sollte sich aber viel mit den Motiven experimentieren und am besten mit großen Abständen zwischen den Bildebenen fotografieren. So kommt die dynamische Schärfe, erst richtig rüber. Die im Vergleich zu konventionellen Kameras unterdurchschnittliche Bildqualität könnte man verschmerzen, denn in den sozialen Netzwerken tummeln sich noch viel schlechter aussehende Smartphone Bilder umher. Wer zu den Technik Geeks gehören will, der ist sicher bereit den heftigen Preis von knapp 500 Euro zu bezahlen, aber ehrlich gesagt, gebe ich dann das Geld doch lieber für ein neues Objektive für meine Sony Alpa 77 aus.


Shu

 
Tech-Journalist, Blogger, Social Media Manager und digitaler Nomade. Ein wenig Apple vernarrt, aber auch offen für andere Plattformen & Ökosysteme.


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