Der App Store, ein ganz eigene Erfolgsgeschichte in der Historie von Apple. Viel hat sich seit der Einführung der ersten iOS Geräte, damals noch unter dem Namen iPhone OS bekannt, getan. Aber nicht nur Apple will integrierte Anwendungs-Shops.

Anfangs hatte Apple den Entwicklern noch nahegelegt, dass sie ihre Anwendungen für die mobilen Geräte in Form von Web-Apps realisieren sollten. Nach einigen Beschwerden und Forderungen der Anwender fand jedoch der App Store, ein zentralisierter Shop in dem Entwickler ihre Anwendungen anbieten können, seinen Weg auf iPhone und iPod touch. Interessanterweise setzt Google mit Chrome OS und dem Chrome Web Store jetzt, einige Jahre nach dem ersten iPhone, auch auf Web-Apps. Die Frage, ob sich am Ende bei Chrome OS, Android oder gar beide parallel durchsetzen werden ist dabei aber noch weitestgehend offen.

Doch zurück zur Idee des App Stores. Eine virtuelle Boutique – im Fall von Apple – zentral gesteuert durch einen Anbieter, der sich für seine Dienste einen gewissen Anteil – 30 Prozent im Fall von Apple – sichert und neben sich auch keine Konkurrenz erlaubt. Der bislang letzte Schritt in Apples Plan wurde am 6. Januar mit dem Mac App Store eingeläutet.

Aktuell ist neben diesem Store noch Konkurrenz auf dem Mac erlaubt, auch wenn erste Software-Anbieter auf die Exklusivität im App Store setzen, darunter Pixelmator, TapeDeck und CoverSutra. Aber Anwendungen wie Twitter für Mac (ehemals Tweetie) gibt es erst gar nicht ohne den Weg über den Store. Für den potentiellen Käufer dieser Software bedeutet dies, dass es keinen Weg um den App Store gibt.

Wie sich dies in Zukunft genau weiterentwickeln wird steht noch in den Sternen. Und wer sich jetzt denkt: “Ach, was interessiert’s mich was Apple da macht?” dürfte sich etwas zu früh freuen, denn auch Microsoft arbeitet letzten Meldungen zufolge an einem App Store für die nächste Version von Windows.

Das eigentliche Problem entsteht dann, wenn Apple (und Microsoft) die volle Kontrolle darüber bekommen, welche Software installiert werden kann, so wie es für den Normalsterblichen schon heute auf dem iPhone (und iPad/iPod touch) der Fall ist. Der Store-Anbieter hat die volle Kontrolle wer was im Store anbieten darf und wird auch am Umsatz der Software-Entwickler beteiligt. Darüberhinaus ist dem Store auch genau welche Software auf dem Rechner installiert ist. Die Freiheit, wie wir sie aktuell noch kennen, kann also schneller verschwinden als einem möglicherweise lieb ist.

Die Einschränkung, Software ausschließlich aus dem hauseigenen App Store installieren zu können wird sehr wahrscheinlich nicht mit den nahenden Betriebssystem-Updates in Form von Windows 8 oder Mac OS X 10.7 Einzug halten. Aber wie sieht das mit den Nachfolgern aus? Es bleibt zu hoffen, dass ein “Jailbreak” für den heimischen Computer graue Theorie bleibt.