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Test LG G Flex – Geschwungenes, flexibles und selbstheilendes Proof-of-Conecpt-Phone

 
 
Technische Daten
 

Prozessor: 2,27 GHz Quad-Core Qualcomm Snapdragon 800 | GPU Adreno 330 mit 450 MHz
 
Speicher: 2 GB RAM | 32 GB interner Speicher
 
Bildschirm: 6 Zoll | 720×1.280 | 244 ppi | POLED | Gorilla Glass 2
 
Akku: 3.500 mAh (13,30 Wh) | fest verbaut
 
Maße: 160,5 × 81,6 × 8,70 mm | Gewicht: 177g
 
Kameras: Hauptkamera: 13,0 MP, f/2,4 | Frontkamera: 2,1 MP
 
Dienste: LTE, HSDPA, Bluetooth 4.0,Wi-Fi IEEE 802.11 a/b/g/n/ac, Dual-Band, Wi-Fi Direct, DLNA, Wi-Fi Hotspot, Infrarot
 
Sonstiges: 2160p (4k) Videoaufzeichnung möglich
 
Hersteller:
 
Betriebssystem:
 
Design
8.0


 
Verarbeitung
8.0


 
Display
7.0


 
Kamera
8.0


 
Telefonie
8.0


 
Leistung
9.0


 
Ausdauer
9.0


 
Total Score
8.1
8.1/10


User Rating
11 total ratings

 

Pros


Flexibles Smartphone | Rückseite "selbstheilend" | Top Leistung | Top Akkulaufzeit|

Cons


Billige Haptik | Hoher Preis |


0
Posted 28. Februar 2014 by

 
Testbericht
 
 

Ist das wirklich ein Smartphone? Funktioniert es noch? Diese Fragen habe ich sehr häufig bekommen, wenn ich das LG G Flex in den letzten Wochen aus der Tasche zog. Mit der Frage haben Fragensteller aber nicht die Größe im Auge gehabt, sondern die Form, denn das LG G Flex ist neben dem Samsung Galaxy Round, das einzig gebogene Smartphone. Es gibt aber sicher noch weitere Fragen zum LG G Flex, die in unserem Artikel hier beantwortet werden sollen. 

Wer das LG G Flex das erste Mal in der Hand hält, wird feststellen, dass es normales Android-Smartphones ist. Zum einen ist das LG G Flex mit seinen 6 Zoll großem Display ziemlich gewaltig, zum anderen ist es leicht gewölbt, so dass es zu einem echten Eye Catcher wird. Neben der Bauform und der Größe, fallen dem Nutzer auch die schon vom LG G Flex bekannten Rear Keys auf. Aber erst einmal eins nach dem anderen.

LG_G_Flex_4

Mit einer Abmessung von 160,5 x 81,6 x 8,7 Millimetern und bei einem Gewicht von 177 Gramm ist es für ein 6-Zoll-Gerät angenehm schlank und leicht. Trotz der für die Displaygröße kompakte Bauweise ist es schon schwer das LG G Flex mit nur einer Hand zu bedienen. Zwar hilft es etwas, dass das Display gewölbt ist und man dadurch den Weg in die oberen Ecken verkürzt hat, dennoch ist es schwer ohne umzugreifen, die den oberen Drittel des Displays zu erreichen. An all das gewöhnt man sich aber mit der Zeit und LG versucht mit einigen Software Tricks die Einhändige Bedienung zu erleichtern. Zu nennen wären hier zum Beispiel, dass die Bildschirmtastatur auf zwei Drittel der normalen Fläche an den Ränder des Bildschirms zusammenstauchen lässt. Damit kommt man leichter mit dem Daumen an die Tastatur heran.

Design – optisch schick, haptisch naja

Das Gehäuse des G Flex ist komplett Kunststoff gefertigt. Die Rückseite sieht zwar aus, als ob es sich um gebürstetes Metall handelt, aber es ist wie auch bei der Konkurrenz Samsung Galaxy S4 aus Plastik und fühlt sich nicht sehr hochwertig an. Auch hinterlassen die Finger auf der Rückseite hässliche, schmierige Fingerabdrücke. Dafür verfügt die Rückseite aber über die „Wolverine“-Beschichtung, mit deren Hilfe alltägliche und nicht zu tiefe Kratzer von selbst „geheilt“ werden.

Unboxing – LG G Flex

Auch auf der Rückseite befinden sich, wie auch beim LG G2 und LG G2 Pro, der Ein- und Ausschalter und die Lautstärketasten. Diese Rear-Keys sind am Anfang etwas vewirrend, aber glaubt mir, die sind wirklich praktisch und man gewöhnt sich sehr schnell daran. Leider liegt Kamera zu dicht an den Tasten, so dass man öfters versehentlich diese zu drücken.

Liegt das gewölbte LG G Flex mit dem Display nach unten auf dem Tisch, dann erkennt man eingegangene Nachrichten auch am farbig blinkenden Aus- und Einschalter. Aber viel häufiger liegt sicher das G Flex mit dem Display nach oben und man fragt sich nun wie man das Smartphone entsperren kann. Ganz einfach mit der KnockOn-Funktion. Einfach zweimal leicht aufs Display klopfen und schon erwacht der 6-Zoll-Gigant zum Leben. Wie auch schon während des Tests vom LG G2, muss ich wieder feststellen, dass KnockOn süchtig macht und ich in der ganzen Zeit immer mal wieder auch andere Smartphones versucht hatte per Klopfzeichen aus dem Standby zu erwecken.

Gekrümmte Form und belastbar

Das gekrümmte Display des LG G Flex ist zum einen das Highlight, aber auch gleichzeitig der Schwachpunkt. LG hat es zwar geschafft, dank POLED, ein gekrümmtes Display herzustellen, aber leider schafft es im G Flex „nur“ eine Auflösung von 720 x 1280. Im Vergleich zu einem Samsung Galaxy Note 3 ist das natürlich bescheiden. In der Praxis fällt die geringere Auflösung nur bei Videos auf. Diese wirken auf dem G Flex nicht ganz so scharf aus. Aber dafür ist das LG G Flex wie der Name schon sagt flexible. Steckt das Smartphone in der hinteren Gesässtasche und man setzt sich hin, dann überlebt das LG G Flex eher als da sSamsung Galaxy Note 3. Auch sorgt das gebogene und flexible Display im Freundeskreis aktuell immer noch für Verwunderung, vor allem, wenn man vor den Augen der Freunde plötzlich sich auf das G Flex stützt und sich das Display verbiegt.

Die gebogene Form hat aber auch einen anderen Vorteil: das G Flex schmiegt sich beim telefonieren geradezu an das Gesicht und führt auch das Mikrofon dichter zum Mund. Subjektiv gesehen ist es ein angenehmes telefonieren dank des gebogenen Displays. Angeblich soll das gebogene Display auch zu einem angenehmeren Gefühl führen, wenn man zum Beispiel Games spielt oder sich Videos anschaut, aber bei mir hat sich kein vorteilhafteres Gefühl ergeben.

Keine Angst mehr vor Kratzern – „Wolverine“-Beschichtung hilft

LG bezeichnet die Rückseite des Flex als “selbstheilend” und gab dem intern den Namen Wolverine-Beschichtung. Ähnlich wie beim X-Men Helden sollen Kratzer mit der Zeit wieder von der Rückseite verschwinden. Das klappt auch ganz gut, solange die Kratzer nicht zu tief sind. Es bedarf dazu nur Zeit und am besten etwas wärme, dann „heilt“ die Rückseite auch schneller. Durch diese Beschichtung bleibt das G Flex also in einem „frischeren“ Zustand. Der Display-Rahmen aber nicht und das Display selbst sind nicht beschichtet.

Hardware & Leistung

Als Prozessor verwendet LG Qualcomms aktuellen Quad-Core-Chip Snapdragon 800 (MSM 8974) mit 2,26 GHz Takt und Adreno-330-GPU. Ihm stehen 2 GByte RAM zur Seite. Der interne Speicher des G Flex ist 32 GByte groß und ist nicht erweiterbar. Alles im Allen ist die Leistung auf Top-Niveau und lässt also keinen Platz für Meckereien. Für die Benchmark-Fans habe ich hier auch noch die Resultate unseres Benchmark Parcours.

LG G Flex im Benchmark-Parcours

Benchmark LG G2 Samsung Galaxy S4 Sony Xperia Z1 LG G Flex
Quadrant Standard 20142 12487 21265 20384
AnTuTu 35429 25103  34836 35308
Vellamo HTML5 2899 1903 2915 2971
PassMark PerformanceTest (Overall) 4147 3537 4373 3473
NenaMark2 60 fps 60 fps 60 fps 60 fps
Geekbench 2 4149 3195 3507 4099
Geekbench 3 (Single-Core) 837 667 906 876
Geekbench 3 (Multi-Core) 2178 2503 2706 2178
3DMark for Android(Ice Storm) Maxed out! Maxed out! Maxed out! Maxed out
3DMark for Android(Ice Storm Extreme) Maxed out! 6624 Maxed out! Maxed out
3DMark for Android (Unlimited) 16070 10230 17570 17497

Software – wie beim LG G2 und ein wenig mehr

Das LG G Flex wird aktuell mit Android Jelly Bean 4.2.2 inklusive der LG typischen Anpassungen seitens LG ausgestattet. Allerdings arbeitet der Hersteller bereits an einem Update auf Android 4.4 ausgliefert. Ein Update auf Android 4.4 KitKat ist geplant, aber ein Termin ist noch nicht bekannt. Letzten Gerüchten zufolge wird es aber im März kommen.

LG hat im G Flex natürlich auch sämtliche schon vom LG G2 bekannten Features integriert. Quick Memo, QSlide, Quick Remote und Dual Window. Beim G Flex kommen dann noch der Swing Lookscreen und das QuickTheater-Funktion hinzu. All diese Funktionen haben ihre Daseinsberechtigung, aber es sind für mich doch mehr Spielereien, die ich im Alltag weniger genutzt habe. Aber KnockOn, das hatte ich auch schon beim Test des LG G2 erwähnt, verhält es sich anders. Diese Funktion macht unterbewusst süchtig und nach kurzer Zeit versucht man sämtliche Touch-Geräte im Haushalt per zweifaches Klopfen auf das Display zum Leben zu erwecken. Immer wieder erwischte ich mich selbst dabei, wie ich mein iPhone 5 versucht hatte so aus dem Standby zu erwecken.

Kamera – Mit UltraHD-Videoaufzeichnung

LG_G_Flex_UHD

Das LG G Flex besitzt eine 13-Megapixel-Hauptkamera und eine 2,1-Megapixel-Frontkamera. Beide arbeiten zügig und verrichten ziemlich schnell und mit guter Fotoqualität ihren Job. Bei guten Lichtverhältnissen sind die Bilder top, sobald es mit dem Licht schwieriger wird, nimmt natürlich auch die Qualität der Bilder ab. Also Mann, der Bewegtbilder liebt, war es interessant zu sehen, dass beim LG G Flex die Möglichkeit besteht Videos in 4K aufzuzeichnen. Bei dieser Auflösung ist aber der Bildstabilisator dann deaktiviert, so dass man dann doch eine sehr ruhige Hand haben muss. Zwei Testaufnahmen in 4K könnt ihr euch auch hier anschauen:

LG G Flex – 4K Sample Video

Akku – LG G Flex ein Dauerläufer

Viele werden sicher schon am Anfang gedacht haben: es gibt doch schon gebogene Smartphones und da stimme ich euch zu, aber bei keinem ist der Akku auch gebogen. LG hat im G Flex erstmals auch einen gebogenen Akku mit einer satten Kapazität von 3500 mAh verbaut. Mit dieser Kapazität überholt das LG G Flex das G2 (3000 mAh) und auch das Samsung Galaxy Note 3 (3200 mAh). Bei mir hielt der Akku bei normaler Nutzung über einen ganzen Tag aus und hatte immer noch knapp 40 Prozent seiner Ladung. Natürlich hängt die Akkulaufzeit von der Art der Nutzung ab. Hat man Bluetooth, WLAN, LTE und auch noch die Bildschirmhelligkeit auf Maximum, dann hätte das LG G Flex nicht so lange ausgehalten, aber es ist beruhigend, wenn man im Laufe des Tages auf die Akkustandsanzeige des LG G Flex schaut und merkt, dass man noch lange nicht eine Steckdose aufsuchen muss.

Fazit:

Das LG G Flex ist aus meiner Sicht für LG ein „Proof of Conecpt“  man will mit diesem Smartphone keine Verkaufsrekorde einstellen, sondern beweisen, dass ein Smartphone mit gebogenem Display und Akku in Serie hergestellt werden kann und es auch sinnvoll ist. Der gewählte Schwung beim G Flex ist ergonomisch sinnvoll und nach anfänglicher Verwirrung macht es auch Spass mit dem G Flex seinen Alltag zu bestreiten. Auch die Leistung der verbauten Hardware ist mehr als Ausreichend. Spiele, Videos und eigentlich alles laufen flüssig und ohne merkliche Ruckler. Nur zwei Dinge stören mich beim LG G Flex: zum einen ist es der gepfefferte Preis von knapp 800,- Euro ohne Vertrag und zum anderen die für diesen Preis minderwertige Haptik. Gut, beim Preis wird es mit der Zeit sicher nach unten gehen, wahrscheinlich schon im April, wenn dann die Vodafone-Exklusivität ausläuft. Aber bei der Haptik ist wird sich beim LG G Flex erst mal nix tun, bis der Nachfolger erscheint.


Shu

 
Tech-Journalist, Blogger, Social Media Manager und digitaler Nomade. Ein wenig Apple vernarrt, aber auch offen für andere Plattformen & Ökosysteme.


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