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Posted 20. November 2011 by Sebastian in Artikel
 
 

Sony Ericsson XPERIA Active – Und Ich Selbst – Der Erste Tag

SonyEricsson XPERIA Active
SonyEricsson XPERIA Active

Der Paketbote ist reichlich verwirrt: “Kommen Sie rein”, trällere ich fröhlich entgegen. Zugegeben, so begeistert bin ich selten von seiner Ankunft. Er fühlt sich sichtlich unwohl, überreicht mir ein kleines Paket und schaut mich verwundert an, wie ich gutgelaunt den Plastikstift auf seinem Organzier schwinge und den Empfang bestätige. Er hat keine Ahnung, was er mir da gerade überreicht hat.

Ich allerdings setze große Hoffnungen in den Inhalt des Päckchens, dessen Inhalt auf den Namen “Sony Ericsson XPERIA Active” hört. Eigentlich ein normales Telefon, könnte man meinen, wenn man die technischen Daten herunterliest, und dennoch lässt schon das Foto auf der Packung erahnen, was ich gleich aus seinem Papp-Gefängnis befreien werde: Ein waschechtes Outdoor-Telefon! Ein Outdoor-Smartphone, um genau zu sein, und ein leistungsfähiges Modell dazu.

Warum das für mich interessant ist? Ich bin Fahrradkurier bei rhn.de und erkläre die Hamburger Straßen jeden Tag zu meinem Dschungel. Da unser Unternehmen die Abwicklung der gesamten Logistik über Smartphones macht, bin ich auf ein Mobiltelefon angewiesen, das einiges bietet und noch viel mehr aushalten kann. Vor allem der Nässe kann ich nicht ausweichen. Während ein Sturz des Telefons immer noch selbst verursacht ist und mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen gar nicht stattfindet, ist es einfach nicht zu vermeiden, dass das Arbeitstelefon nass wird. Bisher hat sich mein “HTC Wildfire” tapfer geschlagen, aber jeder Regenguss lässt mich bangen, dass der Exitus des Geräts unmittelbar bevor steht.

Ein wasserdichtes Armband sollte Abhilfe schaffen. Doch mitten in der Recherche zum richtigen Zubehör kam die Meldung über das neue Outdoor-Wunder auf meinen Tisch und fraß sich in mein Technik-Hirn vor. Seitdem gibt das konstant von sich: “Haben wollen sofort!” Der Online-Shop www.getgoods.de aus Frankfurt sah das ähnlich, wollte ebenfalls wissen, was das Smartphone im Stresstest wirklich kann und machte diesen Wunsch zu Wirklichkeit, auch auf die Gefahr hin, dass das Gerät im Alltag versagt: Ein Testgerät steht nun vor mir. Und der Paketbote ist nach wie vor vollkommen ahnungslos.

Es ist die Zeit gekommen, das Telefon in die Wildnis zu entlassen! Ein Blick unter die erste Verpackungsschicht legt direkt das eigentliche Gerät frei. Darunter befindet sich Zubehör, reichlich Zubehör. Neben einer weißen Rückschale – zusätzlich zur schwarzen – fördere ich den Akku, ein Standard-USB-Ladegerät mit Micro-USB-Kabel, ein In-Ear-Headset mit optionalen Ohrbügeln und Ersatzstöpseln und eine Armband-Tasche zu Tage. Die beiliegenden Anleitungen beschränken sich beinahe ausschließlich auf Warnhinweise und einen Gutschein für eine Armband-Tasche bei Angabe der IMEI. Seltsam, die Tasche liegt doch bereits bei? Die Tage werde ich mehr wissen.

Das Gerät ist schnell zusammengebaut. Klappe auf, zweite Klappe auf, SIM-Karte einsetzen, Akku einsetzen, zweite Klappe wieder schließen, erste Klappe schließen, alles auf guten Sitz überprüfen, fertig! Das USB-Ladegerät, das ein wenig billig wirkt, verschwindet unter dem weggeklappten Schutzstopfen im Gerät und zaubert ein erstes Bild auf das Display.

Ich schalte das Sony Ericsson XPERIA Active ein und erwarte ein lautes Fauchen, ein brüllendes Tier. Nichts dergleichen passiert. Zaghaft und sanft fährt das Telefon hoch und fängt mit der Einrichtung an: Datenplan, Provider, WLAN, Google-Konto, Facebook (ich verneine dankend) und Exchange Server. In wenigen Minuten ist das Gerät bereit. Ich installiere die Sprachausgabe von Google Navigation – für mich existenziell – und fange mit den Updates der installierten Apps an. Außerdem richte ich unsere hauseigene App ein, auch das funktioniert kinderleicht. Wenig später erkennt das Telefon ein Firmware-Update auf Version 4.0.2.A.0.42, ich erlaube die Installation. Es dauert einige Minuten, das Telefon schaltet sich ab und fährt wieder hoch. Bisher ist von Outdoor nichts zu merken.

Eine erste ungewöhnliche Reaktion zeigt das Telefon beim Abstöpseln des Netzteils: Es erscheint eine Warnbox, die den Benutzer auffordert, die Abdeckung zur Ladebuchse mit der Schutzklappe zu verschließen, um die Wasserfestigkeit herzustellen. Die Hinweis-Box kann man allerdings für die Zukunft verbannen, indem man einen entsprechenden Wunsch quittiert.

Den Abend verbringe ich mit der Installation meiner Lieblings-Apps, der Einrichtung der Email-Accounts, die ich unterwegs empfangen möchte und dem Testen aller Funktionen, die ich auch im Alltag auf meinem Wildfire immer benutze. Einen Unterschied spüre ich direkt: Das XPERIA Active ist um Längen schneller! Keine Frage, es ist ein echtes Smartphone, kein auf Smartphone gepimptes Outdoor-Handy, dem immer eine wichtige Funktion fehlt. Diese Handy kann den Kurieralltag auf dem Rad mit mir bestreiten, zumindest in der Theorie. In die raue Praxis hingegen werde ich es erst morgen entführen. Dann wird sich zeigen, ob die Outdoor-Funktionalität nur ein Marketing-Gag war, oder ob wir gute Freunde werden, da draußen, in unser beider natürlicher Umgebung.
In wenigen Tagen könnt Ihr lesen, wie sich das Telefon draußen schlägt… Die Fortsetzung ist online!

Sebastian