Vor wenigen Tagen erreichte mich eine Email mit dem Betreff “UNU – der smarte Elektroroller” und weckte irgendwie Erinnerungen. In meiner Jugend habe ich zwar keinen Roller besessen, aber in einem Urlaub in Taiwan durfte ich mal einen Tag lang mit einem Roller an der taiwanischen Küste entlang heizen. Diese alten Erinnerungen weckten dann auch wieder mein Interesse an dem UNU, so dass ich heute die Gelegenheit bekam mir diesen smarten Elektroroller aus der Nähe ansehen konnte.

Heute um 14.00 Uhr traf ich Pierre und Pascal von UNU mit Nr. 16 aus der “First Fifty” Generation der UNUs. Nummer 16 ist mattschwarz mit einem roten Sitz, oder wie es in UNU-Sprache heißt: Phantom Black mit Lizard Red Sitz. Optisch hat der Roller einen leichten Retrolook und erinnert etwas an eine moderne Interpretation einer Vespa. Nur das in dem UNU kein Verbrennungsmotor für den Vortrieb sorgt, sondern ein 2KW Elektromotor. Der E-Motor sitzt direkt am Hinterrad und bezieht seine Energie aus einem Litihium-Ionen Akku mit einer Kapazität von 26 Ah. Laut den Jungs von UNU reicht das für eine Reichweite von maximal 60 Kilometern. Das reicht locker für einen Tag Mobilität in einer Stadt wie Berlin. Wem die 60 Kilometer Reichweite am Tag nicht reicht, der kann optional noch einen zweiten Akku erwerben und diesen zusätzlich unter dem Sitz des UNUs einpflanzen, so dass sich die Reichweite auf 120 Kilometer verdoppelt. Ein weiterer Clou des UNU ist, dass der Akku nicht festverbaut wurde, sondern dieser lässt sich einfach und simple aus dem Akkufach ziehen, mittels Tragegurt in die Wohnung, ins Büro, oder in das nächste Cafe mitnehmen um an einer normalen Steckdose aufgeladen zu werden. Um den Akku voll aufzuladen wird es laut UNU ca. 5 bis 6 Stunden benötigt. Mit einem optional erhältlichen Schnellladegerät könnte man den Akku auch binnen 1 bis 2 Stunden wieder vollaufgeladen in den UNU einsetzen.

Ich weiß, jeder von Euch hätte heute von mir wieder ein Video erwartet, aber das ging aus zwei Gründen nicht: 1. es ist das zweite mal in meinem Leben, dass ich auf einem Roller sitze und 2. Fahren und filmen gleichzeitig wäre in meinem Fall zu gefährlich gewesen. Aus diesen Gründen müsst ihr mir jetzt mein Eindruck in geschriebenen Text einfach glauben ;).

Schon nach dem Einschalten per Zündschlüssel merkt man eindeutig, dass man auf einem Elektroroller sitzt, denn man hört und spürt nix! Ich dachte schon, dass der Roller gar nicht an war. Aber nach der kurzen Einweisung von Pierre und Pascal von UNU und einem sanften drehen am Gashebel rollte der UNU flüsterleise los. Wie von Geisterhand und absolut geräuschlos wurde ich zum ersten mal von einem Elektroroller vorwärts bewegt. Nur der Fahrwind sorgte für ein leichtes Rauschen. Da die Straßen heute in Berlin nass waren und es immer noch nieselte traute ich mich auch nicht den Gashebel voll aufzudrehen und weit wegzufahren. Zwei kurze, geräuschlose und vor allem emissionsfreie  Runden um den Rosentalerplatz auf dem UNU zeigten mir, dass dieser Roller auch Spass macht. Das wirklich coole ist auch, dass der UNU von jedem gefahren werden kann, der entweder einen Moped- oder Autoführerschein hat. Offiziell wird es den UNU erst ab März 2014, allerdings kannst du bereits jetzt zu den ersten 50 gehören, die in den Besitz des Rollers kommen. Bei der Aktion First Fifty gibt es die Möglichkeit, einen der ersten 50 Unikate mit eingravierter Nummer zu ergattern. Der Preis liegt dann bei schmalen 1.999,- Euro, der fahrbereit bei Euch vor der Haustür angeliefert wird. UNU kann auch den für euch schon zulassen, wenn ihr den Gang zum Amt als lästig empfindet. Da kann man nur sagen Daumen hoch!

Mein Eindruck

Das UNU hat mich in der kurzen Zeit überzeugt und bietet sich vorrangig für den modernen Stadtmenschen an. In Städten wie Berlin, Köln, Hamburg und München kann der UNU tatsächlich eine emissionsfrei alternative Fortbewegungsart werden. Klar ist aber, dass dieser Elektroroller wie seine mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Geschwister, ihre grenzen haben. Die große Shoppingtour ist mit dem UNU auch nicht möglich, aber den täglichen Arbeitsweg kann man schnell, leise und vor allem emissionsfrei bewerkstelligen. Durch den herausnehmbaren Akku hat man die Möglichkeit überall wo eine Steckdose ist, diesen Energiebündel aufzuladen. Interessant wird es auch in Zukunft bei UNU bleiben, denn in meinem Gespräch mit Pascal, hat er noch so einige interessante Ideen. Aber darüber werde ich ein anderen mal … 😉